Das erste Geheimnis für inneren Frieden und Wohlbefinden: ACHTSAMKEIT

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Wenn du einen spannenden Roman liest, konzentrierst dich dich auf die Buchstaben, die Worte und den Sinn des Textes. Du denkst nicht daran, was du einkaufen musst oder was dein Nachbar gestern gesagt hat. Du bist in deinen Roman vertieft, weil du den Text interessant findest und dich daran erfreust.

Dieselbe vertiefte Konzentration kannst du auch bei deinen täglichen Arbeiten praktizieren, um dabei Interesse, Begeisterung, Freude und Hingabe zu empfinden.
Übung
Wenn du Geschirr abwäschst, betrachte die Teller und Gläser, das Wasser, deine Hände. Beobachte dich selbst. Nimm wahr, was du dabei fühlst. Wäschst du gern dein Geschirr ab? Bist du dankbar, dass du Geschirr hast, dass du die Möglichkeit hast, zu kochen, zu essen und danach dein Geschirr abzuwaschen?
Oder ist dir diese Arbeit lästig? Versuchst du so schnell wie möglich, das Geschirr in den Geschirrspüler einzuräumen, um die Arbeit hinter dich zu bringen?
Hältst du bei der Arbeit den Atem an? Fühlst du Ärger oder Frust, denkst du an tausend andere Sachen, während deine Hände automatisch und hektisch das Geschirr waschen oder in den Geschirrspüler einräumen?
Beobachter/in sein:
Beobachte deine inneren Monologe:
Unaufhörlich strömen die Gedanken und inneren Gespräche durch unseren Kopf.
"Ich mag diese Arbeit nicht oder ich mag das lieber; das gefällt mir; darüber muss ich mich aufregen; das will ich machen..."
Um dich selbst kennenzulernen, ist es wichtig, sich dieser Gedanken bewusst zu werden. 
Schließe deine Augen und beobachte eine Zeitlang deine Gedanken und inneren Gespräche ohne sie zu bewerten.
Doch wer beobachtet diese Gedankenströme? 
Es ist eine innere Instanz, die über den Gedanken steht . Sie ist fähig, sich selbst wahrzunehmen und zu reflektieren. Gedanken kommen und gehen. Aber der Teil in uns, der reflektiert und die Gedanken beobachtet, bleibt.
Das ist wichtig zu verstehen: Lerne zu unterscheiden, was ein Gedanke ist, und wer die Gedanken beobachtet. 
Damit hast du die Grundlage für Selbsterkenntnis geschaffen.
Beobachte auch deine Gefühle:
Während du deine Augen geschlossen hast, tauchen nicht nur die Gedanken auf, sondern auch Gefühle. Gefühle sind körperlicher Ausdruck mentaler Tätigkeit. Ein Gefühl ist immer etwas, das wir im Körper spüren, sonst ist es ein Gedanke. 
"ich bin müde", spürst du. Deine Augen brennen, dein Körper fühlt sich schwach an, du gähnst ...
"ich bin hungrig" spürst du auch. Dein Magen gluckst, zieht sich zusammen oder fühlt sich leer an ...
Wenn wir unsere Gefühle kennenlernen wollen, müssen wir unseren Körper und seine Befindlichkeit erfahren wollen. 
Wie fühlt es sich an, zu sitzen und zu stehen, zu liegen oder zu knien? 
Schließe deine Augen und spüre jetzt in deinen Körper hinein. Wie ist deine Atmung, dein Herzschlag, deine Temperatur? Wie fühlen sich deine Beine an? Spürst du Verspannungen? Wenn ja, wo? Welche Körperteile fühlen sich angespannt an? Wo fühlst du Druck oder Leichtigkeit? 
Wir haben vielen unserer Gefühle abstrakte Begriffe zugeordnet und haben deshalb verlernt, Gefühle mit den körperlichen Empfindungen in Verbindung zu bringen.
Freude ist ein abstrakter Begriff dafür, dass sich der Körper entspannt und leicht anfühlt. Freude ist verbunden mit einem inneren Lächeln oder sogar mit herzlichem Lachen, mit gesteigerter Lust sich zu bewegen oder mit innerer Ruhe und Gelassenheit.
Wenn wir lernen, die abstrakten Begriffe wieder mit den Vorgängen in unserem Körper in Verbindung zu bringen, haben wir nicht nur das Fundament zur Selbsterkenntnis geschaffen, sondern auch den ersten Schritt in Richtung Gesundheit getan. 
Wir können über unsere körperlichen Vorgänge unsere Gefühle beeinflussen. 
Wenn ich weiß, dass Freude mit einem Lächeln zusammenhängt, kann ich mir angewöhnen, mehr zu lächeln. Dadurch erreiche ich das Gefühl von Freude. 
Wenn ich merke, dass Unruhe mit kurzem Atem zusammenhängt, kann ich lernen, bewusst langsamer zu atmen, um mich weniger zu ärgern und stattdessen meine Gelassenheit fördern, die mit ruhigem Atem zusammenhängt. 
Ich kann das alles machen, weil die innere Instanz des Beobachters / der Beobachterin über meinen Gedanken und Gefühlen steht und diese regulieren kann. Das nennt man ein achtsames und selbstbestimmtes Leben.