• Brigitte Evans

Glückselig sein


Das goldene Herz


Heute Morgen hatte ich viele Gedanken im Kopf. Ich dachte darüber nach, was ich tun sollte. Wo sollte ich beginnen? Ich mache so viele Dinge gern, wofür sollte ich mich entscheiden? Weil meine Gedanken verworren schienen, wollte ich einen Überblick haben, und den bekomme ich nur von einer höheren Ebene aus.


So stieg ich auf einer gläsernen Treppe hinauf zu einem Engel, der mich freundlich lächelnd empfing und seine Flügel über mir ausbreitete. Ich fragte ihn, ob er mir helfen könnte, meine Gedanken zu ordnen. Er sagte nichts, aber plötzlich hatte ich das Gefühl, als wären alle meine Gedanken und Wünsche und die Personen, die mir nahe stehen, zu Sandkörnern geworden und würden durch ein Sieb rieseln. Ein Sieb, das so ähnlich aussah wie eines, mit dem Kinder in der Sandkiste spielen, nur ein bisschen größer. Alle meine verworrenen Gedanken, meine Fragen und Gefühle rieselten durch das Sieb. Und am Schluss blieb nur ein kleines goldenes Herz übrig. Ich erschrak, weil es so klein war. Der Engel erklärte mir ohne Worte - ich wusste einfach, was er mir mitteilte - dass ich nicht zu erschrecken brauchte. Dieses Herz wäre die Liebe selbst. Ich sollte nichts anderes lieben als die Liebe selbst. Dieses Herz erschien mir deshalb so klein, weil meine Liebe noch an äußeren Dingen haften würde und nicht an der Liebe selbst. Ich fragte ihn, ob dies die Antwort für uns Menschen sei, von unseren Leiden loszukommen.

Er meinte ja, das sei es. Doch jeder Mensch gehe einen anderen Weg - und nicht für jeden sei der Zeitpunkt gekommen, sich an der Liebe selbst zu orientieren und zu erfreuen. Dann löste sich das Bild wieder auf und ich fühlte mich sehr wohl.


Es geht also nicht darum, ob ich mich selbst oder die anderen liebe und wofür ich mich letztendlich entscheide. Solange ich mich nicht bei allem, was ich tu, auf die Liebe selbst konzentriere, bin ich nicht in meiner Mitte und kann Leiden erfahren. Denn Leiden entsteht, wenn wir den inneren, angelernten Mustern folgen, anstatt dem Zentrum unseres Seins, dem bedingungslos liebenden Herzen. Und zu leiden heißt nicht nur, Schmerzen zu ertragen. Vielmehr ist jede Form der Abwesenheit der Glückseligkeit eine Form des Leidens.


Die bedingungslose Liebe selbst ist die Glückseligkeit. Wenn wir uns auf die Liebe an sich konzentrieren, sind wir automatisch in diesem Zustand der Glückseligkeit.


Die Verliebtheit ist ein wunderbares Beispiel für einen Zustand der Erfülltheit und des inneren Glücks. Wir fühlen die tiefe Verbundenheit mit einer anderen Person. Auch bei der Geburt eines Kindes kann sich dieser Zustand einstellen. Wir fühlen die Einheit mit diesem Kind und lieben es bedingungslos. Jedoch diese Glückszustände und diese Art der Liebe sind an ein Ereignis oder an eine Person gebunden. Sie stammen aus unseren unbewussten Programmen. Wir verlieben uns in jemanden, der gewissen Erwartungen unserer inneren Programme entspricht. Nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren werden wir "ernüchtert". Der Alltag beraubt uns unserer Glücksgefühle. Dasselbe geschieht mit unseren Kindern. Die Glücksgefühle können uns wie eine Welle durch die ersten Wochen tragen, doch gleichzeitig steigen sowohl die Anforderungen an uns als auch die Erwartungen an das Kind. Wir werden nüchterner, sehen Mängel an dem Kind und beginnen es zu erziehen, um diese Mängel zu beheben. Wir beginnen immer mehr zu urteilen - und das Glücksgefühl entschwindet.

Konzentration auf die Liebe selbst


Wenn wir unsere Liebe auf die Außenwelt richten, werden wir "enttäuscht". Wenn wir uns jedoch immer wieder auf das innere goldene Herz konzentrieren, können wir das Glücksgefühl wiederaufleben lassen und es im Laufe der Zeit beständig halten. Bedingungslose Liebe und Glück sind unsere Essenz, der Stoff, aus dem unsere Seele gemacht wurde, und sie sind da, unabhängig wie der Wind der Außenwelt bläst. Aus diesem Grund brauchen wir sie nicht zu suchen, sondern müssen uns ihrer nur bewusst werden. So wie eine Kamera auf verschiedene Gegenstände schwenkt, können wir unsere Wahrnehmung auf die Liebe lenken. Immer wieder aufs Neue. Jeden Tag, jeden Augenblick!



Praktische Übung:

Sobald wir anfangen, die Außenwelt zu unterteilen - in Dinge, Personen und Situationen, die wir mögen und solche, die wir nicht mögen - 1) schwenken wir unsere Aufmerksamkeit zu unserem Herzen und zu unserem Atem. 2) Wir treffen die bewusste Entscheidung, glücklich sein zu wollen. 3) Wir bitten die bedingungslose Liebe in uns, die Führung zu übernehmen und alle anderen inneren Stimmen und Programme außer Kraft zu setzen. Dies bedeutet, dass wir uns augenblicklich in eine höhere Schwingung katapultieren. 4) Wir begleiten diese bewusste Entscheidung für die Liebe mit einem Lächeln. Dies ist anfangs vielleicht ein aufgesetztes Lächeln, doch mit der Zeit wird es echt! Wir lächeln, lieben, schwingen hoch und fühlen uns gut. Immer. Eigentlich ist es einfach. Wir müssen es nur tun.


Diese Übung löst auch eingefahrene Leidensmuster und negative Gefühle auf. Wir verdrängen sie nicht. Wir erkennen sie als Teil unserer Innenwelt. Doch indem wir uns auf eine höhere Ebene begeben, in die Schwingung der bedingungslosen Liebe eintauchen, werden wir geheilt.


Namasté

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