Frohe Ostern, Leonie!

Eine Geschichte von Freundschaft, Ostern und einer großen Überraschung für Kinder ab 4.

Leonie schreibt dem Osterhasen einen Brief. Erstens weil sie viele Wünsche hat  -  nicht für sich, sondern für ihren Bruder, ihre Schwester und ihre Freundin Anna, die so oft allein sein muss. Und zweitens, weil sie ihm helfen will, die Osternester zu verstecken. Als dann ein Kaninchen in Leonies Garten auftaucht, beginnt ein turbulentes Osterabenteuer, das mit einer großen Überraschung endet.

Erzählt von Brigitte G. Evans

geboren 1963, lebt und arbeitet in Leithaprodersdorf im Burgenland als selbstständige Humanenergetikerin und Künstlerin. Sie ist verheiratet, hat zwei Söhne und schreibt seit ihrer Jugend fantasievolle Geschichten für Kinder und Erwachsene. 

Gezeichnet von Julia Gegendorfer

geboren 1988, lebt und arbeitet in Wien als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester.

Berufsbegleitende intensive Auseinandersetzung mit Kunst und Illustration seit 2006.

Zahlreiche Aus- und Weiterbildungen bei namhaften KünstlerInnen und IllustratorInnen in Österreich. Einzelausstellungen sowie Mitwirken bei diversen künstlerischen Projekten seit 2010.         www.julia-gegendorfer.com    

Und hier siehst du die Zeichnungen der Kinder. Sie kommen aus verschiedenen Volksschulklassen im Burgenland. Ihre Lehrerin hat ihnen während des Online-Unterrichts im Lockdown "Frohe Ostern, Leonie!"vorgelesen, jedoch nicht gleich das Ende verraten. So durften die Kinder selbst ein Ende dazu dichten. 

 

LESEPROBE: FROHE OSTERN, LEONIE!

Die Sonne ist schon untergegangen, der runde Mond steht über dem Hügel. Es ist Zeit für eine Gute-Nacht-Geschichte. Und weil Ostern so nahe ist, liest Mama den Kindern eine Ostergeschichte vor.

Nelli, die Kleinste, ist schon sehr, sehr müde. Sie kuschelt sich an ihren Bären und schläft ein, noch bevor Mama die erste Seite gelesen hat. Leonie streichelt Mäuseschreck, den schwarzen Kater, der sich neben ihr auf der Decke schnurrend zusammengerollt hat. Und Willi, Leonies großer Bruder, hält seine Lieblingslokomotive fest.

Mama liest die Geschichte von einem Osterhasen, der so viel zu tun hatte, dass er ganz durcheinander war und alle Geschenke verwechselte. Am Schluss waren die Kinder und Eltern böse auf ihn, und er musste alle Geschenke wieder richtig verteilen.

„Armer Osterhase!“, sagt Leonie. „Wieso hat ihm niemand geholfen?“

„Vielleicht war er einfach ein dummer Osterhase, der sich nichts merken konnte“, sagt Willi.

„Nein, der Osterhase ist nicht dumm“, entgegnet Leonie entrüstet. „Mama, sag Willi, dass der Osterhase nicht dumm ist!“

„Hört auf zu streiten, Kinder. Es ist Zeit zu schlafen.“

Mama gibt Leonie und Willi einen Gute-Nacht-Kuss, bevor sie das Licht abdreht und aus dem Zimmer geht.

Am nächsten Morgen denkt Leonie immer noch an den armen Osterhasen, der so viel zu tun hatte. Was wäre, wenn er auch ihre Wünsche verwechseln würde?

Leonie hat so viele Wünsche. Nicht für sich, sondern für Willi und Nelli, und ganz besonders für ihre Freundin Anna.

Anna wohnt gleich nebenan. Sie hat keinen Papa und keine Geschwister, mit denen sie spielen kann. Ihre Mama arbeitet in einem Gasthaus. Sie muss oft bis zum Abend dort sein, und dann ist Anna allein zu Hause. Manchmal darf sie zu Leonie kommen, und dann spielen die beiden, bis Annas Mama nach Hause kommt.

Anna hilft ihrer Mama beim Wäschewaschen und Bügeln, beim Kochen und Aufräumen.

Leonie hilft ihrer Mama auch manchmal. Aber nur, wenn sie Lust dazu hat. Anna muss immer helfen, auch wenn es ihr keinen Spaß macht.

Leonie denkt nach, wie sie dem Osterhasen helfen kann, damit Anna ein besonders schönes Geschenk bekommt.

Und auf einmal hat sie eine IDEE!

Leonie will dem Osterhasen einen Brief schreiben. Sie hat ja schon dem Christkind einen geschrieben. Und das Christkind hat alles gebracht, was sie sich gewünscht hat.

Leonie legt sich mit ihren bunten Stiften auf den Boden und beginnt zu schreiben. Sie kennt zwar nur ein paar Buchstaben, aber der Osterhase wird sicher verstehen, was sie meint.

Und damit ihr Brief besonders hübsch aussieht, bekommt jeder Buchstabe eine andere Farbe.

Da kommt Mama ins Zimmer und sieht ihr zu. „Was machst du da?“, fragt sie.

„Ich schreibe einen Brief an den Osterhasen! Hilfst du mir dabei?“

„Aha, ein Brief wird das also“, sagt Mama. „Was willst du ihm denn schreiben?“

Sie setzt sich zu Leonie auf den Boden und nimmt einen Stift in die Hand. Leonie denkt nach. Dann sagt sie ihrer Mama, was sie schreiben soll.

„Lieber Osterhase! Ich habe so viele Wünsche und möchte nicht, dass du etwas vergisst.

Bitte, bring Nelli ein Schaukelpferd und Willi eine Lokomotive mit Waggons. Aber am

wichtigsten ist, dass du Anna eine neue Puppe mit einem schönen Kleid schenkst und

auch einen Puppenwagen, damit wir miteinander spazieren gehen können.

Und damit du nicht alles verwechselst, helfe ich dir bei deiner Arbeit. Du musst aber zu mir

kommen und bei mir wohnen.“   L E O N I E

Als Mama den Brief fertig geschrieben hat, schreibt Leonie ihren Namen darunter und malt noch ein buntes Osterei hin.

„Mama, bringst du den Brief zur Post?“, fragt Leonie.

„Ja, das mache ich“, sagt Mama. Sie faltet den Brief und steckt ihn ein.

„Und du musst draufschreiben: an den Osterhasen im Wald von Leonie!“

Wie die Geschichte weitergeht, erfährst du in dem Buch "Frohe Ostern, Leonie!"

 

Weitere Geschichten mit Leonie

Diese Geschichte erzählt dir meine Freundin und Autorenkollegin Elisabeth Blaickner.

 

Willi denkt nach. Er sitzt im Garten vor dem Holzhäuschen, wo jetzt das Kaninchen mit seinen Jungen wohnt, im Gras. Seine neue blaue Lokomotive liegt auf seinem linken Knie.

Es ist Ostermontag in der Früh und alle schlafen noch. Die Morgensonne blinzelt zwar schon durch die Bäume hinter dem Geräteschuppen, aber es ist trotzdem noch kühl hier draußen.

Das Kaninchen ist scheinbar auch schon wach, denn Willi hört Rascheln und leises Fiepen aus dem Häuschen.

 

 

 

 

 

 

Willi ist heute sehr früh aufgewacht und hat sich gleich - ganz ganz leise, damit er niemanden weckt, das kann er nämlich, er ist ja schon ein großer Bub - angezogen. Dann hat er seine Lokomotive genommen und ist in den Garten gegangen. Gestern vor dem Einschlafen ist ihm nämlich etwas eingefallen: Papa hat ein Schild für das Häuschen geschrieben, auf dem steht „Hier wohnt Leonies Osterhase“. Aber jetzt wohnen auch die Babys drin und das muss doch auch oben stehen! Nur die Tiere haben ja noch gar keine Namen…

 

„Guten Morgen, du Frühaufsteher.“ ruft Mama von der Terrassentür her. „Magst du Leonie beim Tischdecken helfen? Jetzt gibt es ein schönes Ostermontag Frühstück.“ Willi nimmt seine Lokomotive, springt auf und läuft ins Haus.

Hm, dort riecht es schon nach frischem Kaffee und geröstetem Brot. Papa schneidet gerade Bananen- und Apfelstücke in eine große Schüssel Birchermüsli mit Joghurt. Leonie legt Löffeln und Messer auf den Tisch, während Nelli schon ungeduldig in ihrem Kinderstühlchen herumzappelt. Schnell stellt Willi kleine Teller und Tassen auf den Tisch und holt die Servietten mit den Holzringen aus der Lade. Dann setzt er sich an seinen Platz.

 

Mitten im Frühstück erinnert sich Willi wieder, wieso er heute so früh aufgewacht ist.

„Wir müssen den Kaninchen Namen geben!“ ruft er aufgeregt. „Und dann male ich die Namen dazu. Auf das Schild am Stall.“

„Aber ICH bin gut im Malen, also darf ich das machen!“ braust Leonie gleich auf und runzelt die Brauen.

„Aber ICH habe die Idee gehabt!“ stampft Willi zornig auf.

Papa hebt die rechte Hand mit dem Müslilöffel und sagt: „Bleibt bitte friedlich, ihr beiden. Lasst uns das in Ruhe besprechen. Also Leonie, wir wissen, was für eine gute Zeichnerin du bist“. Er zeigt auf das von Leonie gemalte Bild eines Kaninchens mit Karotte, das an der Küchentür hängt. „Wollen wir Willi auch einmal etwas malen lassen?“

Leonie denkt darüber nach. „Na gut, der Willi soll auch mal dürfen“, sagt sie großzügig und ist stolz, als Mama ihr lächelnd zunickt.

„Leonie,“ fährt Papa fort, “darf dafür dem Mamikaninchen einen Namen geben. Sie hat es schließlich gefunden. Und du, Willi, gibst einem Baby einen Namen. Und Nelli auch. Dann malt Willi die Namen auf das Schild.“ Leonie nickt gnädig. Damit ist sie einverstanden. Willi findet das auch in Ordnung. Er fängt gleich an über einen guten Namen für ein Kaninchen nachzudenken.

 

„Und? Wisst ihr schon, wie sie heißen sollen?“ fragt Mama neugierig.

 

Jetzt wird es ganz still im Esszimmer. Nur die große Standuhr von Opa macht „Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack.“

Willi überlegt. Leonie überlegt. Und Nelli schaut von ihrem Bruder zu ihrer Schwester und rollt eifrig mit den Augen. Sie will auch überlegen. Mama sieht das und muss kichern. Es sieht sehr lustig aus, wenn Nelli ihre Geschwister nachmacht.

Dann rufen Leonie und Willi beide zur gleichen Zeit einen Namen. „Flecki!“. „Stupsi!“ schallt es durch das Esszimmer. Mama und Papa lachen und Nelli quietscht vergnügt.

Leonie erklärt:“ Das Mamikaninchen hat so eine süße Stupsnase, ich will, dass es Stupsi heißt.“

Willi sagt: „Das eine Baby hat einen schwarzen Fleck über dem Auge, ich nenne es Flecki.“ Das Wort nennen haben sie letzte Woche als Lernwort in der Schule durchgemacht und Willi ist stolz, dass er es schon kennt.

Mama wendet sich zu Nelli: „Magst du auch einen Namen sagen?“ Nelli hopst in ihrem Stühlchen auf und ab und pumpert mit den Füßchen gegen den Tisch. „Hühü! Hühü!“, ruft sie. Aber gleich schütteln Leonie und Willi beide ihre Köpfe. Nein, nein, das geht gar nicht. „Das sind keine Pferde, Nelli, sondern Kaninchen. Ka. Nin. Chen.“ erklärt Leonie ihrer Schwester. „Verstehst du das?“

Nelli nickt. Dann schüttelt sie auch den Kopf und sagt: „Nein Ferde. Nanniii.“

„Soll dein Kaninchenbaby Nanni heißen, Nelli?“ fragt Papa. 

Nelli nickt wieder und ruft: „Nanniii. Nanniii.“

 

Willi denkt schon wieder nach. Das ist heute ein richtiger Nachdenktag für ihn. So, wie es für Papa den Waschtag gibt und für Mama den Kochtag, hat Willi heute anscheinend seinen Nachdenktag. Er steht mit einem Pinsel und dem Topf mit der weißen Holzfarbe vor dem Kaninchenstall. Wie soll er die Namen am besten auf das Schild malen?

Mama hat sie ihm auf einen Zettel geschrieben, damit er sie richtig abschreiben kann.

Aber auf einmal ist er ganz unsicher, ob er das auch kann. Er möchte nämlich unbedingt, dass es genau so schön aussieht wie eines von Leonies Bilder. Die findet er insgeheim wirklich toll! Er ist ein bisschen neidisch, dass er nicht so gut zeichnen kann wie seine Schwester.

 

Plötzlich hat Willi eine Idee! Er lässt den Pinsel ins Gras fallen und saust wie der Blitz zum Gartentürchen hinaus. Er rennt hinter dem Geräteschuppen den schmalen Weg entlang. Er rennt und rennt und rennt bis zur Hintertür des chinesischen Restaurants am Hauptplatz. 

„Hallo Frau Liu wie geht es Ihnen ist Chun da hallo Chun kannst du kommen ich brauche dich für etwas danke auf Wiedersehen Frau Liu!“ sprudelt es aus Willi heraus.

Dann flitzt er schon wieder zum Hintereingang hinaus, und sein bester Freund folgt ihm dicht auf den Fersen.

 

„Was gibt’s denn? fragt Chun Willi, als sie beide keuchend vor dem Kaninchenstall stehen. Willi zeigt nur auf Mamas Zettel mit den Namen und auf das Schild am Stall, denn er bekommt noch keine Luft zum Reden. Sein bester Freund liest die Namen, schaut das Schild an und hebt den Pinsel auf. „Du meinst…?“ Willi nickt.

 

Später am Nachmittag stehen Papa, Mama mit Nelli auf dem Arm, Leonie und Anna und, ein bisschen weiter links, Willi und Chun vor dem Kaninchenstall. Alle bewundern das Schild, auf dem jetzt steht: „Hier wohnt Leonies Osterhase Stupsi mit Flecki und Nanni“. Alle sind sich einig, das Schild ist wirklich hübsch geworden!

Leonie staunt: der Punkt auf dem „i“ von „Stupsi“ schaut fast ein bisschen aus wie eine winzige Stupsnase. Und der i-Punkt in „Flecki“ ist eigentlich ein großer Batzen weißer Farbe.

 

„Schön hast du das gemacht!“ Mama lächelt zu Willi hinüber. 

Willi freut sich, aber er hat auch ein schlechtes Gewissen. Er hat das nicht allein geschafft, Chun hat ihm dabei geholfen. Sein bester Freund ist nämlich Chinese und kann chinesische Buchstaben schreiben. Dazu nimmt man keine Füllfeder, sondern das ist so wie Malen. Da muss man mit einem Pinsel geschwungene Linien und Bögen machen. Und das kann Chun richtig gut.

 

Papa kratzt sich nachdenklich an der Wange. Da wird Willi rot und dann platzt er heraus: „Die Namen hat eigentlich Chun gemalt, ich habe nur „mit“ und „und“ geschrieben.“

Papa schmunzelt. Er hat sich schon sowas gedacht. Dann geht er zu Willi hinüber und sagt zu ihm: „Mir gefällt das Schild sehr gut. Und ich finde es fabelhaft von dir, dass du so ehrlich bist!“ Papa legt seinen Arm um seinen Sohn und drückt ihn kurz.

Jetzt wird Willi noch röter. Einmal, weil er sich über Papas Worte freut. Und einmal, weil es schon ein bisschen uncool ist, wenn man vom Vater geknuddelt wird und der beste Freund danebensteht.

Mama wendet sich zu Chun und sagt bewundernd: „Die Buchstaben sehen wirklich schön aus. Ganz besonders mag ich das große geschwungene „S“. Chun lächelt und seine Augen leuchten, er freut sich sehr, dass ein Erwachsener das sagt.

Leonie will auch etwas Nettes zu Chun sagen. Sie legt den Kopf schief und meint: „Das „a“ von der Nanni könnte ein Känguru sein mit einem Baby im Bauch.“

„So ein Quatsch,“ murmelt Willi.

 

Auf einmal fällt Anna etwas auf. „Ich weiß schon einen Namen für mein Kaninchen. Aber ihr habt eines vergessen!“ ruft sie.

Mama sagt: „Oh!“ und klatscht sich eine Hand an die Stirn, „ja, wirklich! “

Papa staunt: „Ja, gibt’s denn das, wir haben ein Kaninchenbaby übersehen!“

Leonie zählt im Kopf nach: Stupsi hat vier Babys bekommen.

Eines bekommt Anna.

Nummer zwei heißt Flecki.

Nummer drei heißt Nanni.

Und Kaninchenjunges Nummer vier? Na sowas! Das vierte Baby haben sie glatt vergessen!

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Hast du dir gemerkt, wie die Kaninchen heißen?

Fällt dir ein Name für das vierte Kaninchen ein?


Denke dir einen Namen aus und schreibe mir eine E-Mail:

brigitte.evans9@hotmail.com

Als Dankeschön erhalten die ersten 10 EinsenderInnen ein Paperback-Buch "Frohe Ostern, Leonie" zugeschickt.
Es gibt noch zwei weitere Geschichten von Leonie.

Wenn du mir das geheime Zauberwort sendest, erhältst du alle drei Geschichten als pdf zum Ausdrucken per Mail zugeschickt. 
Die zweite Geschichte heißt: SCHNECKENALARM!
Als Nelli unter dem Gebüsch hervorkrabbelt und eine Schnecke in der Hand hält, ahnt niemand, was das für Folgen hat ...

Und die dritte Geschichte heißt: ANNA WÜNSCHT SICH WAS
Anna möchte so gern einen Papa! Sie würde fast alles dafür tun. Ob es ihr gelingt, einen Papa zu bekommen?
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Entschlüssle das geheime Zauberwort
und schicke mir eine E-Mail mit der richtigen Antwort.


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Als Belohnung erhältst du die zwei zusätzlichen Geschichten von mir zugesandt und kannst sie auch deinen Geschwistern und FreundInnen vorlesen.
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esanlemmümnesahretso
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